Kennt Ihr die Rubrik „Die Gewissensfrage“ im SZ-Magazin (Rückschlusse auf meine politische Gesinnung sind daraus jetzt nicht ableitbar!) ? Da können Leser ein moralisches Alltagsproblem einsenden, und Dr. Dr. Rainer Erlinger antwortet dann da drauf.

Gestern hatte ich so etwas beim Einkaufen: Ich kontrolliere immer direkt den Kassenbon, weil es mir schon öfter passiert ist, dass ich mehr bezahlt habe, weil im Kassensystem noch die alten Preise eingespeichert waren o.ä. Gestern bei LIDL war es nun so, dass ein Artikel im Wert von1,39 € offenbar nicht gescannt worden war. Ich habe überlegt, was ich nun tun sollte – denn aufgefallen wäre das höchstens bei der Inventur  (ich weiß ja nicht, wie Lidl da vorgeht), die Kassiererin hätte keinen Ärger bekommen, es ist diese große Kette LIDL, die dieses Jahr ja selber schon moralisch negativ aufgefallen ist, und meine eigene finanzielle Stuation ist auch nicht gerade so, dass ich große Sprünge machen könnte (darum schreibe ich ja diesen Blog, weil ich ja angeblich was damit verdienen kann… :-D ). irgend etwas hat mich aber doch dazu getrieben, nochmal zur Kasse zu gehen und brav das Produkt zu bezahlen, wofür ich immerhin ein „vielen Dank“ von der Kassiererin bekommen habe.

Als ich über die Situation nachgedacht habe, viel mir natürlich  Kant mit seinem Kategorischen Imperativ ein und auch der politische Grundsatz, dass das Begehen eines unrechts nicht mit einem vorangegangenen Unrecht gerechtfertigt werden kann…wenn Ihr jetzt Dr. Dr. Erlinger wärt, was würdet Ihr dazu sagen?

Der erste Tag…

17. Juli 2008

…mit meinem neuen Blog. Ich kann natürlich noch gar nicht absehen, ob das hier je irgend jemand lesen wird. Ich mache das auch nur, weil ein guter Freund meinte, dass ich das, was ich so erlebe und ihm regelmäßig berichte, in dieser Form (mindestens!) veröffnetlichen sollte. Angeblich gibt es da sogar auch Geld für – bin zwar skeptisch, aber mal sehen. Für mehr (oder besser: weniger wenig) Geld auf der Bank bin ich immer ein dankbarer Abnehmer. Hm, grade fünf Zeilen geschrieben, und schon wieder auf der materialistischen Ebene. Als ob es immer nur um Geld ginge…hey, und grade mal sechs Zeilen geschrieben, und schon auf der Meta-Ebene!!! (Darüber reden, wie man miteinander redet, bzw. in diesem Fall ja monologisiert). Ist das hier eigentlich das literarische Mitel eines „Stream of Consciousness“? Zumindest hat es Anklänge davon. Aber so rede und schreibe ich gerne mal.

So, der Worte sind für heute erstmal genug aufs virtuelle Papier gebracht – habe ich schon irgend jemands Neugier geweckt? Wohl kaum, aber auf Inhalt habe ich grade keine Lust…ok ok, überredet, vielleicht noch ein Wort zu meinem Namen hier: Er kommt von dem mittelalterlichen Franziskanertheologen Johannes Duns Scotus, dem dieser als ihn charakterisierender Beiname gegeben wurde – Zitat: „Ein erster Aspekt, der aus seiner überreichen Lehre hervorgeht, ist die große Sehnsucht des Doctor subtilis, Gott und die Wahrheiten des Glaubens immer tiefer kennen zu lernen, um sich konsequent zu einer immer stärkeren Liebe zu Dem hingezogen zu fühlen, der uns mit seiner grenzenlosen Liebe zuvorgekommen ist.“ (Quelle: http://www.ofm.org/fraternitas/2008/0108ger.doc) Das klingt ja ziemlich fromm, und in meinen Blogs wird es vorraussichtlich auch immer wieder mal um Gott gehen, allerdings deutlich weniger fromm…dennoch werde ich mich um „Subtilität“ bemühen, denn mit der argumentativen Brechstange kommt man (nicht nur auf diesem Gebiet) nicht weit – das ist eine Grunderfahrung, die ich in meinem bisher 30-jährigen Leben (*schnief*) gemacht habe.
Also, bis auf weiteres!