Gewissensfrage im Supermarkt
27. Juli 2008
Kennt Ihr die Rubrik „Die Gewissensfrage“ im SZ-Magazin (Rückschlusse auf meine politische Gesinnung sind daraus jetzt nicht ableitbar!) ? Da können Leser ein moralisches Alltagsproblem einsenden, und Dr. Dr. Rainer Erlinger antwortet dann da drauf.
Gestern hatte ich so etwas beim Einkaufen: Ich kontrolliere immer direkt den Kassenbon, weil es mir schon öfter passiert ist, dass ich mehr bezahlt habe, weil im Kassensystem noch die alten Preise eingespeichert waren o.ä. Gestern bei LIDL war es nun so, dass ein Artikel im Wert von1,39 € offenbar nicht gescannt worden war. Ich habe überlegt, was ich nun tun sollte – denn aufgefallen wäre das höchstens bei der Inventur (ich weiß ja nicht, wie Lidl da vorgeht), die Kassiererin hätte keinen Ärger bekommen, es ist diese große Kette LIDL, die dieses Jahr ja selber schon moralisch negativ aufgefallen ist, und meine eigene finanzielle Stuation ist auch nicht gerade so, dass ich große Sprünge machen könnte (darum schreibe ich ja diesen Blog, weil ich ja angeblich was damit verdienen kann…
). irgend etwas hat mich aber doch dazu getrieben, nochmal zur Kasse zu gehen und brav das Produkt zu bezahlen, wofür ich immerhin ein „vielen Dank“ von der Kassiererin bekommen habe.
Als ich über die Situation nachgedacht habe, viel mir natürlich Kant mit seinem Kategorischen Imperativ ein und auch der politische Grundsatz, dass das Begehen eines unrechts nicht mit einem vorangegangenen Unrecht gerechtfertigt werden kann…wenn Ihr jetzt Dr. Dr. Erlinger wärt, was würdet Ihr dazu sagen?